Aufgabe
Studie
Bauherrschaft
Privat
Standort
Sagenmattli, 6314 Unterägeri
Nutzung
Wohnhaus
Leistungen
Architektur
Zwischen Neu- und Unterägeri, unmittelbar vor der inneren Spinnerei, liegt das Grundstück Sagenmattli. Die Parzelle befindet sich auf einer Anhöhe rund 20 m über der Kantonsstrasse (Zugerstrasse). Der stark abfallende Hang ist bis zum Lorzenflussbett sehr felsig. Aufgrund der erhöhten Lage des Grundstücks lässt sich das bestehende Haus laut ISOS-Inventar nicht der geschützten Bebauungsstruktur zuordnen. Vielmehr ist der bestehende Bau als Wohngebäude mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb einzuordnen. Das Grundstück befindet sich in der Landwirtschaftszone, welche zum schützenswerten Landschaftsbild gezählt wird.
Die landschaftsprägenden Elemente sind Seitenhänge, welche durch Waldpartien aufgegliedert sind. In dieser Zone sind parallel zur Zugerstrasse einzelne Höfe an beiden Seitenhängen zu sehen.
Obwohl es naheliegt, sich formal an der traditionellen Bauweise der Ökonomiebauten und/oder Bauernhäuser zu orientieren, verstehen wir das Sagenmattli als einen besonderen Ort, welcher für den Entwurf prägend ist. Durch die erhöhte Lage kann das Gebäude nicht als strassenbegleitetes Arbeiterwohnhaus verstanden werden. Um auf das geschützte Ortsbild zu reagieren und gleichzeitig auf die Besonderheiten der Landschaft einzugehen, wurden die prägendsten Elemente zum Leitmotiv. Die steile Hanglage an der Felskante sowie das geschwungene, gewachsene Terrain sind solche markanten Bilder.
Die fünf Fassaden passen sich jeweils den gewachsenen Terrainverformungen an. Durch den Versatz der Geschosse wird eine sanfte Anpassung in den bestehenden Hang erzielt. Der Ersatzbau ist niedriger als das bestehende Haus und tritt durch sein kompaktes Volumen selbstverständlich als Punktbau in Erscheinung. Der Baukörper fügt sich in die zersiedelte Landschaft ein und knüpft in der Körnung an die gewachsene ländliche Struktur an.
Das bestehende Mehrfamilienhaus wird noch immer als Wohnhaus genutzt, entspricht allerdings nicht mehr den heutigen Ansprüchen und gesetzlichen Vorschriften. Laut früherer Einschätzung ist es aus denkmalpflegerischer Hinsicht nicht erhaltenswert. Der Neubau schafft mehr hochwertigen Wohnraum bei gleichem Volumen. Es sind vier dreieinhalb- und zwei viereinhalb Zimmer Wohnungen darin untergebracht. Die jetzigen Bewohner, welche im Ort Neuägeri verwurzelt sind, sollen im Ersatzbau später wieder wohnen können. Es sind vorwiegend Familien der Arbeiter, welche langjährig für die Firma der Bauherrschaft angestellt sind.
Die Fassaden sind klar strukturiert. Der hohe Eingang markiert die Hauptfassade. Durch Lochfenster wird die traditionelle, feine Gliederung fortgeführt, welche bei den geschützten Häusern an der Zugerstrasse vorzufinden ist. Die Dachfläche zeichnet den Terrainverlauf nach und wird aus weiter Distanz kaum wahrgenommen. Aus diesem Grund wird ein intensiv begrüntes Dach angestrebt. Die Balkone orientieren sich an den Grössenverhältnissen der bestehenden Bauten.
Das Gebäude ist durch den zentralen Treppenkern und die Wohnungstrennwände ausgesteift. Die Geschossdecken sind ebenfalls in Massivbauweise geplant. Durch diese Konstruktion lässt sich die Fassade in Leichtbauweise erstellen. Sämtliche Innenwände sind nicht tragend. Es wird eine hölzerne Hülle für dieses Mehrfamilienhaus angestrebt.